Im März 1997 wurde die Mercedes-Benz Baureihe 210 einer ersten, sogenannten kleinen Modellpflege unterzogen. Diese umfasste sowohl technische Neuerungen als auch Erweiterungen der Serienausstattung und Veränderungen im Motorenprogramm.
Eine wesentliche Änderung betraf die Schließanlage: Die bisherige Infrarot-Fernbedienung wurde durch eine Funkvariante ersetzt. Gleichzeitig kam ein bartloser Schlüssel in Verbindung mit dem elektronischen Fahrberechtigungssystem ELCODE zum Einsatz. Auch im Bereich der Sicherheit und Fahrassistenz wurde die Ausstattung erweitert. Serienmäßig verfügte die Baureihe nun über einen Bremsassistenten sowie die Antriebsschlupfregelung. Darüber hinaus gehörten Sidebags in den Vordertüren ebenso zur Serienausstattung wie eine automatische Verriegelung der Türen ab einer Geschwindigkeit von 8 km/h.
Mit dem Wartungsrechner ASSYST wurde zudem ein System eingeführt, das flexible Wartungsintervalle ermöglicht. Diese passen sich den individuellen Einsatzbedingungen des Fahrzeugs an und ersetzen feste Wartungszyklen.
Parallel dazu kam es zu bedeutenden Änderungen im Motorenangebot. Die bisherigen Reihensechszylinder der Baureihe M 104 in den Modellen E 280 und E 320 wurden durch eine neue Motorengeneration ersetzt. Die Motoren der Baureihe M 112 verfügen über eine 90°-V-Anordnung, eine Leichtmetall-Bauweise sowie Dreiventil-Technik. Diese neuen Aggregate waren auch in Verbindung mit dem Allradantrieb 4MATIC erhältlich. Ergänzt wurde das Programm durch den E 300 Turbodiesel, der weiterhin auf bewährte Technik wie die Vorkammereinspritzung setzte.
Im September 1997 folgten auf der Internationale Automobil-Ausstellung weitere Änderungen im Motorenportfolio. Der sechszylindrige E 240 ersetzte den bisherigen Vierzylinder E 230. Letzterer blieb jedoch bis 1998 für bestimmte Auslandsmärkte sowie für CKD-Bausätze weiterhin in Produktion. Auch im oberen Leistungssegment gab es Anpassungen: Die Modelle E 420 und E 50 AMG wurden durch den E 430 und den E 55 AMG ersetzt. Deren Motoren der Baureihe M 113 sind technisch eng mit den Sechszylindern verwandt und wurden auf denselben Fertigungsstraßen produziert.
Für Exportmärkte wurden ebenfalls Änderungen vorgenommen. So erhielt der E 200 Kompressor eine Leistungssteigerung, während der E 250 Diesel durch den E 250 Turbodiesel ergänzt wurde.
Eine weitere bedeutende Entwicklung erfolgte im Juni 1998 mit der Einführung einer neuen Generation von Dieselmotoren. Die Motoren der Baureihe OM 611 verfügen über eine Common-Rail-Einspritzung, die in Verbindung mit einem Turbolader eine höhere maximale Leistung bei gleichzeitig niedrigem Kraftstoffverbrauch ermöglicht. Charakteristisch für diese Motoren ist zudem ihr hohes Drehmoment. In diesem Zuge ersetzten die Modelle E 200 CDI und E 220 CDI die bisherigen Varianten E 200 Diesel und E 220 Diesel. Der E 220 Diesel wurde jedoch weiterhin in einer speziellen Taxi-Ausführung angeboten.
Insgesamt brachte die Modellpflege ab 1997 eine Vielzahl technischer Neuerungen, Anpassungen in der Sicherheitsausstattung sowie eine grundlegende Weiterentwicklung der Motorentechnik innerhalb der Baureihe mit sich.